Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea)

Küstenseeschwalbe © aaronhobb/Fotolia.comKüstenseeschwalbe © aaronhobb/Fotolia.com

Verbreitung

Die Küstenseeschwalbe brütet auf der gesamten Nordhalbkugel, im Gebiet um den Nordpol bis zur Zone der borealen Nadelwälder. Brutgebiete finden sich in Mitteleuropa an der Nord- und Ostseeküste und an den nördlichen Küsten Großbritanniens und Irlands. In Deutschland existieren kleine Brutbestände in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (BIRDLIFE INTERNATIONAL 2012).  Die Überwinterungsgebiete befinden sich in den Polregionen der Südhalbkugel. Die Küstenseeschwalbe gilt daher als derjenige Zugvogel mit dem weitesten Zugweg (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1982). Vereinzelt treten rastende Vögel in Sachsen-Anhalt auf (MAMMEN et al. 2013).

Ökologie und Zugstrategie

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Fischen aber auch aus Insekten und Krebstieren, wobei je nach Jahreszeit und Lebensraum starke Unterschiede bestehen. Beute wird hauptsächlich durch Stoßtauchen ins Wasser gemacht, über Land können Beutetiere aber auch im Flug vom Boden aufgelesen werden oder direkt aus der Luft erbeutet werden. Die verschiedenen Jagdtechniken sind nicht angeboren, sondern müssen von den Jungvögeln erlernt werden. Hierzu führen die Altvögel ihren Jungen die Techniken vor. Die Brutplätze müssen übersichtlich und von Wasser umgeben sein, um Schutz vor Bodenfeinden zu gewähren. Dazu aber soweit wie möglich auch überflutungssicher. In Mitteleuropa erfüllen diese Ansprüche vor allem Flach- und Wattküsten, Flussmündungen und größere unregulierte Flüsse. In geeigneten Lebensräumen wird mitunter einzeln, meist aber in Kolonien bis etwa tausend Paaren gebrütet. Der Zug in die südpolaren Überwinterungsgebiete erfolgt über verschiedene Routen, zumeist in Küstennähe und unter Ausnutzung globaler Windströmungen. Die mitteleuropäischen Brutvögel räumen ab Ende Juli die Brutgebiete und sind etwa ab Mai wieder in diesen anzutreffen (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1982).

Bestandsentwicklung

Der weltweite Bestand wird auf etwa 2.000.000 Individuen geschätzt, jedoch mit abnehmendem Bestand. Die Küstenseeschwalbe gilt gemäß der internationalen Roten Liste trotzdem noch als nicht gefährdet („least concern“) (BIRDLIFE INTERNATIONAL 2012).

Gefährdung und Schutz

Als größte Bedrohung wird der Klimawandel angesehen, da sich das Verbreitungsgebiet auf die Polarregionen beschränkt. Bei anhaltenden Klimaveränderungen können sich die für die Küstenseeschwalbe besiedelbaren Lebensräume stark verkleinern. Die Ausrottung von auf Inseln eingeführten Raubtieren kann die Brutpaarzahlen und den Bruterfolg erhöhen (BIRDLIFE INTERNATIONAL).

 

Rote Liste Deutschland:                    2 – Stark gefährdet (Stand 2007)

Rote Liste Sachsen-Anhalt:               -

Quellen:

BIRDLIFE INTERNATIONAL (2012): BirdLife International. 2012. Sterna paradisaea. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T22694629A38870340. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2012-1.RLTS.T22694629A38870340.en . Downloaded on 29 October 2015.

GLUTZ VON BLOTZHEIM, U. N.; BAUER, K. M. (1982): Handbuch der Vögel Mitteleuropas. 8/II. Bd. Charadriiformes (3. Teil). – Wiesbaden: Aula Verl.

MAMMEN, K. & U.; DORNBUSCH, G.; FISCHER, S. (2013): Die Europäischen Vogelschutzgebiete des Landes Sachsen-Anhalt, Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Heft 10/2013.

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