Löffler (Platalea leucorodia)

Löffler © Alonbou/Fotolia.comLöffler © Alonbou/Fotolia.com

Verbreitung

Die größten zusammenhängenden Brutgebiete des Löfflers befinden sich in Kasachstan, der Mongolei, Ostchina und Indien, wo er auch überwintert. Die europäischen Brutgebiete sind, ebenso wie die afrikanischen Überwinterungsgebiete klein und zerstreut. Europas Brutbestände befinden sich unter anderem in Dänemark, den Niederlanden und Ungarn (BIRDLIFE INTERNATIONAL 2012). Auch in den deutschen Wattenmeernationalparken gibt es Brutvorkommen (SÜDBECK et al. 2007). Ebenso zerstreut sind die Überwinterungsgebiete in Afrika. Größere zusammenhängende Winterquartiere liegen in Indien und der chinesischen Ostküste (BIRDLIFE INTERNATIONAL 2012). In Sachsen-Anhalt treten Löffler in geringer Zahl als Rastvögel im Gebiet der Elbe auf (MAMMEN et al. 2013).

Ökologie und Zugstrategie

Der Löffler brütet in offenen, dicht bewachsenen Sümpfen aber auch mit Schilf, Erlen- oder Weidengebüschen bestandenen Verlandungszonen von Seen. Zur Nahrungssuche „durchschnattert“ er das Wasser mit pendelnden Kopfbewegungen. Er durchsucht dabei Wasser und Schlamm nach kleinen Wassertieren, wie Fischen, Insekten, Schnecken, Muscheln, Krebstieren oder Molchen. Löffler brüten hauptsächlich in Kolonien, gerne aber nicht ausschließlich mit verschiedenen Reiherarten. Das Nest wird zumeist auf umgebrochenem Altschilf, relativ dicht über dem Wasser gebaut. Es kommen aber auch Nester in niedrigem Gebüsch vor. Zur Nahrungssuche lassen sie sich, wie die weißen Reiher auch, gern dort nieder, wo sich bereits andere große weiße Vögel aufhalten. Die Ankunft in den europäischen Brutgebieten zieht sich meist von Ende März bis Mai. Der Zug in die Überwinterungsgebiete erfolgt im August und vor allem September (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1987).

Bestandsentwicklung

Der weltweite Bestand des Löfflers wird auf 66.000 bis 140.000 Tiere geschätzt. Zur Bestandsentwicklung können keine konkreten Aussagen gemacht werden, da einige Populationen abnehmen, während andere zunehmen und wieder andere stabil sind. Insgesamt wird die Art in der internationalen Roten Liste als nicht gefährdet angesehen („least concern“) (BIRDLIFE INTERNATIONAL 2012).

Gefährdung und Schutz

Hauptgefährdungsursachen sind Entwässerung und Verschmutzung der Lebensräume, insbesondere die der Schilfröhrichte. Weitere Ursachen für Bestandsrückgänge können Überfischung und übermäßige Störung durch Menschen sein (BIRDLIFE INTERNATIONAL 2012).

 

Rote Liste Deutschland:                    R – Extrem seltene Art mit geographischer Restriktion (Stand 2007)

Rote Liste Sachsen-Anhalt:               -

Quellen:

BIRDLIFE INTERNATIONAL (2012): BirdLife International. 2012. Platalea leucorodia. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T22697555A40233985. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2012-1.RLTS.T22697555A40233985.en . Downloaded on 26 October 2015.

GLUTZ VON BLOTZHEIM, U. N.; BAUER, K. M. (1987): Handbuch der Vögel Mitteleuropas. – 1 Bd. Gaviiformes – Phoenicopteriformes. – 2. durchges. Aufl. – Wiesbaden: Aula-Verl.

MAMMEN, K. & U.; DORNBUSCH, G.; FISCHER, S. (2013): Die Europäischen Vogelschutzgebiete des Landes Sachsen-Anhalt, Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Heft 10/2013.

SÜDBECK, P.; BAUER, H.-G.; BOSCHERT, M.; BOYE, P.; KNIEF, W. (2007): Rote Liste der Brutvögel Deutschlands, 4. Fassung, fehlerkorrigierter Text vom 06.11.2008.

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