Raubseeschwalbe (Sterna caspia)

Raubseeschwalbe © davemontreuil/Fotolia.comRaubseeschwalbe © davemontreuil/Fotolia.com

Verbreitung

Außer in Südamerika kommt die Raubseeschwalbe auf allen Kontinenten vor. Ihr Verbreitungsgebiet weist jedoch große Lücken auf. In Europa existieren Brutvorkommen in der Ukraine, an der finnischen und schwedischen Ostseeküste, sowie auf Rügen (BIRDLIFE INTERNATIONAL 2012). Raubseeschwalben können vereinzelt in Sachsen-Anhalt rastend angetroffen werden (MAMMEN et al. 2013).

Ökologie und Zugstrategie

Die Raubseeschwalbe brütet an Küsten oder kleinen Inseln großer Binnengewässer. Der Brutplatz muss vegetationsfrei sein oder die Vegetation zumindest niedrig. Von herausragender Bedeutung ist, dass die Brutstandorte abgelegen sein müssen, da die Vögel in der Reviergründungs- und Eiablagephase schon bei kleinsten Störungen ihre Kolonien aufgeben. Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus Fisch, welcher hauptsächlich durch Stoßtauchen erbeutet wird. Die nördlich des dreißigsten Breitengrades brütenden Vögel sind Zugvögel, die übrigen ziehen nur lokal oder bleiben ganzjährig in ihren Brutgebieten. Die Ostseepopulationen überwintern vor allem in den Küstengebieten Westafrikas. Der Zug in die Überwinterungsgebiete beginnt etwa Ende Juli. Mitte April erscheinen die ersten Tiere wieder in den Brutgebieten (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1982).

Bestandsentwicklung

Der weltweite Bestand wird auf 240.000 bis 420.000 Individuen geschätzt, mit insgesamt steigendem Bestand. Daher gilt die Raubseeschwalbe laut internationaler Roter Liste als nicht gefährdet („least concern“) (BIRDLIFE INTERNATIONAL 2012).

Gefährdung und Schutz

Eine mögliche Bedrohung stellt der Verlust der Bruthabitate durch Zuwachsen im Verlauf der Vegetationssukzession oder durch eine Erhöhung des Meereswasserspiegels dar. Aufgrund ihrer besonderen Störungsempfindlichkeit während der Eiablage müssen die Brutplätze der Raubseeschwalbe vor menschlichen Störungen geschützt werden. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Umweltgifte, die sich über die Nahrung in den Tieren anreichern, den Fortpflanzungserfolg vermindern (BIRDLIFE INTERNATIONAL 2012).

 

Rote Liste Deutschland:                    1 – Vom Aussterben bedroht (Stand 2007)

Rote Liste Sachsen-Anhalt:               -

Quellen:

BIRDLIFE INTERNATIONAL (2012): BirdLife International. 2012. Hydroprogne caspia. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T22694524A38843946. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2012-1.RLTS.T22694524A38843946.en . Downloaded on 30 October 2015.

GLUTZ VON BLOTZHEIM, U. N.; BAUER, K. M. (1982): Handbuch der Vögel Mitteleuropas. 8/II. Bd. Charadriiformes (3. Teil). – Wiesbaden: Aula Verl.

MAMMEN, K. & U.; DORNBUSCH, G.; FISCHER, S. (2013): Die Europäischen Vogelschutzgebiete des Landes Sachsen-Anhalt, Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Heft 10/2013.

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