Der Hagen und Othaler Holz nördlich Beyernaumburg (FFH0110)

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Größe [ha]: 584
Landkreise und kreisfreie Städte: Mansfeld-Südharz
Verwaltungseinheiten:Einheitsgemeinde Stadt Allstedt; Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra; Einheitsgemeinde Stadt Sangerhausen

Gebietsbeschreibung

Das FFH-Gebiet erstreckt sich östlich von Sangerhausen zwischen Blankenheim im Norden und Sotterhausen im Süden im flachwelligen Hügelland des „Helme-Unstrut-Buntsandsteinlandes“ im Übergang zum „Unterharz“. Den geologischen Untergrund bilden Unterer Buntsandstein und örtlich Geschiebelehm und -mergel. Diese verhüllt eine durchgehende Lössdecke.

Lebensraumtypen und Flora

Die Wälder des Gebietes werden von großflächigen Traubeneichen- und Rotbuchen-Beständen geprägt. Der FFH-LRT 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (219 ha) ist artenreich ausgebildet. Seine obere Baumschicht baut die Trauben-Eiche (Quercus petraea) auf, zu der in wechselnden Anteilen Gemeine Esche (Fraxinus excelsior), Hainbuche (Carpinus betulus) und Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) treten. Die zweite Baumschicht prägt die Hainbuche (Carpinus betulus), zu der auch Winter-Linde (Tilia cordata) tritt. In der Strauchschicht erscheinen u. a. Hasel (Corylus avellana), Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) und Vogelbeere (Sorbus aucuparia). Die Feldschicht prägen Gräser wie z. B. Hain-Rispengras (Poa nemoralis), Verschiedenblättriger Schwingel (Festuca heterophylla), Waldgerste (Hordelymus europaeus), Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum) oder Einblütiges Perlgras (Melica uniflora).

Im Frühjahr erscheinen Maiglöckchen (Convallaria majalis), Echte Sternmiere (Stellaria holostea), Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum), Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Aronstab (Arum maculatum) und Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana). Typische Stauden der Waldgesellschaft sind Wald-Labkraut (Galium sylvaticum), Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium), Goldnessel (Lamium galeobdolon), Einbeere (Paris quadrifolia) oder Ausdauerndes Bingelkraut (Mercurialis perennis).

Von den Buchenwäldern herrscht der FFH-LRT 9130 Waldmeister-Buchenwald (223 ha) vor. Seine Baumschicht beherrscht die Rotbuche (Fagus sylvatica), zu der regelmäßig die Trauben-Eiche (Quercus petraea) tritt. Die Feldschicht ist schütterer als im Eichen-Hainbuchenwald, kann mit dieser aber hinsichtlich der Artenzusammensetzung verglichen werden. Hinzuweisen wäre auf Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacaea), Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris), Gemeinen Frauenfarn (Athyrium filix-femina) oder Gemeinen Wurmfarn (Dryopteris filix-mas). Bereits im Waldmeister-Buchenwald treten regelmäßig Arten saurer Standorte, wie Schmalblättrige und Haar-Hainsimse (Luzula luzuloides, L. pilosa), Schattenblümchen (Maianthemum bifolium), Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella) und Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense), auf und leiten zum FFH-LRT 9110 Hainsimsen- Buchenwald (10 ha) über.

Fauna

Das Gebiet hat Bedeutung für Säugetiere. Es gehört zum Vorkommensgebiet der Wildkatze (Felis silvestris). Außerdem konnte in Nistkästen die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) nachgewiesen werden. Die unterschiedlichen Waldformationen bieten einer artenreichen Fledermausfauna sowohl sehr gute Nahrungsbedingungen als auch Quartiermöglichkeiten. Unter den zehn nachgewiesenen Arten finden sich Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) und Großes Mausohr (Myotis myotis).
An besonnten Randbereichen des Gebietes siedelt die Zauneidechse (Acerta agilis). Der Kammolch (Triturus cristatus) nutzt im Frühjahr die Kleingewässern zur Fortpflanzung. Springfrosch (Rana dalmatina) und Laubfrosch (Hyla arborea) laichen ebenso in diesen Wasserstellen. Jüngst konnte auch das Vorkommen des Eremiten (Osmoderma eremita) durch ein Foto belegt werden.
Bemerkenswert ist zudem die hohe Brutdichte von Mittelspecht (Dendrocopos medius) im Othaler Wald.

Literatur: 30, 148, 149, 207, 212, 266

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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