Fuhnequellgebiet Vogtei westlich Wolfen (FFH0127)

Fuhnequellgebiet Vogtei westlich von Salzfurt-Kapelle aus der Vogelperspektive © Stefan Ellermann (LAU)Fuhnequellgebiet Vogtei westlich von Salzfurt-Kapelle aus der Vogelperspektive © Stefan Ellermann (LAU)

Größe [ha]: 48
Landkreise und kreisfreie Städte: Anhalt-Bitterfeld
Verwaltungseinheiten:Einheitsgemeinde Stadt Zörbig; Einheitsgemeinde Stadt Südliches Anhalt

Gebietsbeschreibung

Die „Fuhneniederung“ ist gefällearm, so dass sich ursprünglich aus einem zentralen Moorgebiet zwei nach Osten und nach Westen gerichtete Fließe entwickelten. Das FFH-Gebiet umfasst den ursprünglichen Bifurkationsbereich der Fuhne zwischen Salzfurt-Kapelle und Zehbitz. Es handelt sich um ein Niederungsgebiet mit ehemaligen Torfstichen, das reich mit Gehölzen ausgestattet ist.

Ausgewählte Arten nach Anhang II der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Ausgewählte Arten nach Anhang IV der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Aus dem Gebiet werden Vorkommen des FFH-LRT 6430 Feuchte Hochstaudenfluren (< 1 ha) mit Giersch (Aegopodium podagraria), Zaunwinde (Calystegia sepium), Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum), Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) und Großem Mädesüß (Filipendula ulmaria) beschrieben. Röhrichte als minimale Ausbildung des FFH-LRT 7210* Kalkreiche Sümpfe mit Schneidried (0,5 ha) treten als Dominanzbestände der Binsen-Schneide (Cladium mariscus) auf.
Der für das Gebiet beschriebenen FFH-LRT 6410 Pfeifengaswiesen konnte nicht mehr nachgewiesen werden. Auf den Flächen existieren lediglich noch Pfeifengras-Dominanzbeständen. Sonstige charakteristische Arten fehlen. Auf ca. 8 ha ist ein quelliger Erlen-Bruchwald ausgebildet, der nicht zu den FFH-Lebensraumtypen gezählt wird.

Fauna

In den Erlen-Eschen-Gehölzen am Ufer der Fuhne lebt eine stabile Population des Moorfrosches (Rana arvalis), der in ruhigen Abschnitten der Fuhne und in dem stehenden Gewässer Möglichkeiten zur Paarung und zum Ablaichen findet. Mit insgesamt sieben Fischarten stellt sich die Ichthyozönose des Gewässersystems im FFH-Gebiet als recht artenarm dar.
Die Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) wurde im Jahre 2003 am Großen Torfstich festgestellt. Darüber hinaus liegen auch Nachweise der Schmalen Windelschnecke (Vertigo angustior) vor.

Literatur: 207, 212, 264, 287, 373, 539

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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