Marienberg bei Freyburg (FFH0197)

Marienberg bei Freyburg © Dr. Uta KleinknechtMarienberg bei Freyburg © Dr. Uta Kleinknecht

Größe [ha]: 27
Landkreise und kreisfreie Städte: Burgenlandkreis
Verwaltungseinheiten:Verbandsgemeinde Unstruttal

Gebietsbeschreibung

Das FFH-Gebiet erstreckt sich am Ostrand der Stadt Freyburg zwischen der Bundesstraße 180 im Norden und dem Schloss Neuenburg im Süden in der Landschaft der „Saale-Ilm-Muschelkalkplatten“. Den Untergrund des vorwiegend westexponierten Hangkomplexes bildet Muschelkalk. Auf den steilen Hängen haben sich ausgedehnte Trocken- und Halbtrockenrasen ausgebildet. Daneben sind Teile des Gebietes bewaldet oder werden von wärmeliebenden Gebüschen eingenommen.

Ausgewählte Arten nach Anhang II der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Die Trockenrasen sind am typischsten in den Steillagen ausgebildet. Diese sind dem FFH-LRT 6210 Kalk-Trockenrasen (*orchideenreiche Bestände) (5 ha) zuzuordnen. In den Trockenrasen dominieren Erd-Segge (Carex humilis) und Blaugras (Sesleria albicans), Echter und Berg-Gamander (Teucrium chamaedrys, T. montanum), Graues Sonnenröschen (Helianthemum canum) und Frühblühender Thymian (Thymus praecox). Sie sind reich an Orchideen. Es kommen Helm- und Purpur-Knabenkraut (Orchis militaris, O. purpurea) sowie Fliegen- und Bienen-Ragwurz (Ophrys insectifera, O. apifera) vor. Die submediterranen Magerrasen werden von Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum) und Furchen-Schwingel (Festuca rupicola) aufgebaut. Hier siedeln auch Ästige Graslilie (Anthericum ramosum) und Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis). Zudem ist die seltene Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes) vertreten, die im Gebiet an der äußersten Nordostgrenze ihres Areals siedelt.

Im südlichen Teil des Gebietes stocken Waldbestände des FFH-LRT 9170 Labkraut- Eichen-Hainbuchenwald (4 ha) mit anspruchsvoller Bodenvegetation auf Flächen mit ehemaliger Weinbergsnutzung. Stellenweise bestehen Übergänge zum Schwalbenwurz-Sommerlinden-Kalkschuttwald (FFH-LRT 9180* Schlucht- und Hangmischwälder). Auf Grund des geringen Alters sind die Bestände noch arm an Biotopbäumen und starkem Totholz.

Fauna

Das Gebiet stellt ein gut geeignetes Jagdhabitat für Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros), Großes Mausohr (Myotis myotis) und Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) dar. Ebenso nutzen Großer und Kleinabendsegler (Nyctalus noctula, N. leisleri) sowie Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus) das Gebiet flächendeckend zur Nahrungssuche. Einzelne Stollen im Gebiet dienen dem Großen Mausohr und der Kleinen Hufeisennase als Zwischenquartiere.

Im Übergang der strukturreichen Eichen-Hainbuchen-Wälder zu den Halbtrockenrasen kommt die Schlingnatter (Coronella austriaca) vor, die in der schütteren, trockenen Vegetation auch ihr Hauptbeutetier, die Zauneidechse (Lacerta agilis), findet.

Literatur: 135, 281

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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