Ohreaue (FFH0275)

Ohreaue bei Brome © Stefan Ellermann (LAU)Ohreaue bei Brome © Stefan Ellermann (LAU)

Größe [ha]: 603
Landkreise und kreisfreie Städte: Altmarkkreis Salzwedel
Verwaltungseinheiten:Einheitsgemeinde Stadt Klötze; Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf

Gebietsbeschreibung

Das FFH-Gebiet ist Teil des Grünen Bandes und erstreckt sich in der Landschaftseinheit „Altmarkheiden“ über ca. 15 km entlang der Landesgrenze zu Niedersachsen von Waddekath im Norden bis Wendischbrome im Süden. Südlich von Brome besteht ein weiteres ca. 4 km langes Teilgebiet.

Ausgewählte Arten nach Anhang II der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Die Erfassung der Lebensraumtypen im Gebiet ist noch nicht abgeschlossen. Es ist davon auszugehen, dass der FFH-LRT 3260 Flüsse mit Wasservegetation (ca. 8 ha) in der Ohre und in Nebengräben ausgebildet ist. Vorhergehende Erfassungen ergaben, dass hier Brunnenkresse (Nasturtium officinale agg.), Einfacher Igelkolben (Sparganium emersum), Schild-Wasserhahnenfuß (Ranunculus peltatus), Sumpf-Wasserstern (Callitriche palustris agg.), Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis) und Wasserfeder (Hottonia palustris) vorkommen.

In der Niederung begleitet der FFH-LRT 91E0* Erlen-Eschenwälder (ca. 5 ha) stellenweise die Ohre, südlich von Wendischbrome handelt es sich dabei z. B. um einen gut ausgeprägten, sich über mehrere hundert Meter erstreckenden Bestand. Ihn kennzeichnen in der Feldschicht Rote Johannisbeere (Ribes rubrum), Winkel-Segge (Carex remota), Sumpf-Pippau (Crepis paludosa), Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) und Frauenfarn (Athyrium filix-femina). Die Wälder weisen Übergänge zu Quell-Erlen-Bruchwäldern auf, in denen Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara), Bachbunge (Veronica beccabunga) und Großes Springkraut (Impatiens noli-tangere) siedeln.

Im Bereich des Tannenholzer Moores deuten sich Flächen mit dem FFH-LRT 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore (< 1 ha) an, die noch näher untersucht werden müssen. Hinweise darauf geben das Vorkommen von Scheidigem Wollgras (Eriophorum vaginatum), Grau-, Wiesen- und Schnabel-Segge (Carex canescens, C. nigra, C. rostrata) sowie von Torfmoosen (Sphagnum spec.)
Der FFH-LRT 6430 Feuchte Hochstaudenfluren (ca. 2 ha) wächst in nährstoffreichen Sümpfen. Dabei handelt es sich um Bestände aus Wasserdost (Eupatorium cannabinum), denen Sumpf- und Blasen-Segge (Carex acutifomis, C. vesicaria), Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) und Flatter-Binse (Juncus effusus) beigesellt sind.

Nördlich Wendischbrome kommt in einem gestauten Grabenabschnitt der FFH-LRT 3150 Eutrophe Seen (< 1 ha) mit Schild-Wasserhahnenfuß (Ranunculus peltatus), Schwimmendem Laichkraut (Potamogeton natans), Ährigem Tausendblatt (Myriophyllum spicatum), Kanadischer Wasserpest (Elodea canadensis) und den Armleuchteralgen Tolypella intricata und Chara fragilis vor.

Auf Hochlagen ist der FFH-LRT 4030 Trockene Heiden (ca. 5 ha) ausgebildet. In den Besenheide (Calluna vulgaris)-Beständen wachsen Arten wie Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella), Rot-Straußgras (Agrostis capillaris) oder Schaf-Schwingel (Festuca ovina). An feuchteren Standorten tritt die Glockenheide (Erica tetralix) hinzu. Die Flächen sind mehr oder weniger stark mit Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) und Hänge-Birke (Betula pendula) verbuscht.

Fauna

Im Gebiet kommen Biber (Castor fiber), von dem zwei Ansiedlungen existieren, und Fischotter (Lutra lutra) vor. Für Letzteren ist jedoch nur der südliche Abschnitt als ganzjähriger Lebensraum geeignet. Als Migrationskorridor besitzt das gesamte Gebiet eine überregionale Bedeutung.
Die Zauneidechse (Lacerta agilis) besiedelt die Randlagen des Nadelwaldes und die Heiden westlich von Steimke.
Aus den vorhandenen kleinen Weihern sind zwei Vorkommen des Kammmolches (Triturus cristatus) bekannt. Auch Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) und Moorfrosch (Rana arvalis) kommen im Gebiet vor. Im Jahre 2010 wurde erstmalig der Laubfrosch (Hyla arborea) nachgewiesen.

Literatur: 6, 15, 407, 511

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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