Ostrand der Hohen Schrecke (FFH0256)

Größe [ha]: 265
Landkreise und kreisfreie Städte: Burgenlandkreis
Verwaltungseinheiten:Verbandsgemeinde An der Finne

Gebietsbeschreibung

Das FFH-Gebiet liegt nordwestlich von Lossa an der Landesgrenze zu Thüringen. Die „Hohe Schrecke“ im „Helme-Unstrut-Buntsandsteinland“ ist ein bewaldeter Buntsandsteinrücken mit Lössauflagen, der mit seinem südöstlichen Ausläufer nach Sachsen-Anhalt reicht, sich aber größtenteils in Thüringen erstreckt. Insgesamt wird in beiden Bundesländern in einem Kerngebiet von 7.000 ha ein Naturschutzgroßprojekt zum Schutz alter Wälder durchgeführt.

Ausgewählte Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Im Gebiet dominiert der FFH-LRT 9110 Hainsimsen-Buchenwald (87 ha). Es sind Wälder mit vorherrschender Rotbuche (Fagus sylvatica) in der oberen Baumschicht, zu der noch die Trauben-Eiche (Quercus petraea) tritt. Im Unterstand erscheinen Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) und Hainbuche (Carpinus betulus). Die Strauchschicht wird von der Verjüngung der Baumarten gebildet. In der schütteren Krautschicht bestimmen Säuerezeiger die Flora. So sind Schmalblättrige und Behaarte Hainsimse (Luzula luzuloides, L. pilosa), Pillen-Segge (Carex pilulifera), Schlängel-Schmiele (Deschampsia flexuosa), Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella), Schattenblümchen (Maianthemum bifolium), Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense), Echter Ehrenpreis (Veronica officinalis) und Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) vertreten. Dazu gesellen sich Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea), Wald-Flattergras (Milum effusum), Hain- und Wald-Rispengras (Poa nemoralis, P. chaixii), Wald-Schwingel (Festuca altissima), Wald-Segge (Carex sylvatica) und selten Eichenfarn (Gynocarpium dryopteris).
Daneben tritt der reichere Standorte besiedelnde FFH-LRT 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (51 ha) auf. Seine obere Baumschicht prägt die Trauben-Eiche (Quercus petraea). In der zweiten Baumschicht bestimmen Hainbuche (Carpinus betulus), Winter-Linde (Tilia cordata), Rotbuche (Fagus sylvatica), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Elsbeere (Sorbus torminalis) und Vogelkirsche (Prunus avium) den Bestand. Hasel (Corylus avellana) und Eingriffliger Weißdorn (Crataegus monogyna) erscheinen neben der Verjüngung der Baumarten in der Strauchschicht. Die Feldschicht ist recht artenreich. Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Echte Sternmiere (Stellaria holostea) und Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) prägen den Frühjahrsaspekt. Im Sommer dominieren die Gräser, so Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum), Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea), Wald-Knaulgras (Dactylis polygama), Wald- und Verschiedenblättriger Schwingel (Festuca altissima, F. heterophylla), Hain-Rispengras (Poa nemoralis) und Wald-Gerste (Hordelymus europaeus). Weitere Arten wie Wald-Labkraut (Galium sylvaticum), Echte Nelkenwurz (Geum urbanum), Wald-Erdbeere (Fragaria vesca), Wald-Ziest (Stachys sylvatica) oder Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium) treten hinzu.
Nur sehr kleinflächig ist der FFH-LRT 91E0* Erlen-Eschenwälder (0,4 ha) ausgebildet. Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) und Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) prägen den Bestand. Feuchtigkeit liebende Arten der Feldschicht sind Winkel-Segge (Carex remota), Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa), Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum), Sumpf-Pippau (Crepis paludosa) sowie Wechselblättriges und Gegenblättriges Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium, C. oppositifolium).

Fauna

Zum Vorkommen von FFH-relevanten Arten liegen keine Erkenntnisse vor. Es muss davon ausgegangen werden, dass das Gebiet für Fledermäuse große Bedeutung hat. Im angrenzenden Thüringer NSG „Hohe Schrecke“ wurden 16 Fledermausarten nachgewiesen. Dort kommt auch die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) vor. Weiterhin wird aktuell auf Kammmolch (Triturus cristatus), Laubfrosch (Hyla arberea) sowie auf Altnachweise von Kreuzkröte (Bufo calamita) und Feuersalamander (Salamandra salamandra) verwiesen.

Literatur: 524

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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