Untere Ohre (FFH0024)

Untere Ohre bei Loitsche © RANA - Büro für Ökologie und NaturschutzUntere Ohre bei Loitsche © RANA - Büro für Ökologie und Naturschutz

Größe [ha]: 40
Landkreise und kreisfreie Städte: Börde
Verwaltungseinheiten: Verbandsgemeinde Elbe-Heide; Verbandsgemeinde Flechtingen; Einheitsgemeinde Niedere Börde; Einheitsgemeinde Stadt Wolmirstedt; Einheitsgemeinde Stadt Haldensleben

Gebietsbeschreibung

Das FFH-Gebiet Untere Ohre nimmt den gesamten Gewässerlauf unterhalb seines Austritts aus dem Drömling bei Uthmöden bis zum Eintritt in das Elbetal bei Loitsche ein. Es hat eine Länge von 40 km und kennzeichnet die Landschaft der „Ohreniederung“.

Lebensraumtypen und Flora

Die Ohre wird durchgehend von Beständen des FFH-LRT 3260 Flüsse mit Wasservegetation (39 ha) besiedelt. Diese setzen sich aus den Gesellschaften des Einfachen Igelkolbens (Sparganium emersum) und des Kamm-Laichkrautes (Potamogeton pectinatus) sowie der Fließgewässerausbildung der Gesellschaft des Wasser-Knöterichs (Persicaria amphibia) und des Schwimmenden Laichkrauts (Potamogeton natans) zusammen. Weitere charakteristische Arten sind Schwanenblume (Butomus umbellatus), Sumpf-Wasserstern (Callitriche palustris agg.), Brunnenkresse (Nasturtium officinale agg.), Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Durchwachsenblättriges Laichkraut (Potamogeton perfoliatus) und Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum).

Der FFH-LRT 6430 Feuchte Hochstaudenfluren (0,5 ha) nimmt nur geringe Flächen ein. In den Beständen kommen Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Zaun-Winde (Calystegia sepium), Großes Mädesüß (Filipendula ulmaria), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Sumpf-Ziest (Stachys palustris) und Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea) vor.

Fauna

Für verschiedene Säugetiere ist die Bedeutung der Ohre im Lebensraumverbund, insbesondere als Verbindungsgewässer zwischen Drömling und Elbe, hervorzuheben. In Abschnitten mit guter Habitatausstattung existieren einzelne Ansiedlungen des Bibers (Castor fiber). Zudem wird das Gebiet in der gesamten Länge vom Fischotter (Lutra lutra) besiedelt.
Das Gebiet besitzt Bedeutung als Nahrungshabitat für Fledermausarten. Neben dem Mausohr (Myotis myotis) wurden hier u. a. Großer und Kleinabendsegler (Nyctalus noctula, N. leisleri) sowie Wasser- und Mückenfledermaus (Myotis daubentonii, Pipistrellus pygmaeus) nachgewiesen.
In trockener, offener Vegetation auf höheren Uferstellen kann die Zauneidechse (Lacerta agilis) stellenweise recht gehäuft angetroffen werden.
Bei Erfassungen der Fische konnte in dem bei Samswegen einmündenden Mönchgraben der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) festgestellt werden, so dass mit hoher Wahrscheinlichkeit diese Fischart auch in der Ohre vorkommt. Der Bereich unterhalb Wolmirstedt wird vom Steinbeißer (Cobitis taenia) besiedelt (Fangstatistik LHW).

Gebietsmanagement

Das notwendige Gebietsmanagement ist auf die extensive Unterhaltung der Ohre gerichtet. Krautungen sollen nur nach Bedarf der Sicherung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses und möglichst einseitig oder abschnittweise ausgeführt werden. Bei Eingriffen in die Gewässersohle sind geeignete Maßnahmen zum Schutz der Bodenfische zu ergreifen.

Literatur: 279, 329, 407, 511

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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