Waldgebiet Ferchau bei Salzwedel (FFH0244)

Waldgebiet Ferchau © Nadine StillerWaldgebiet Ferchau © Nadine Stiller

Größe [ha]: 718
Landkreise und kreisfreie Städte: Altmarkkreis Salzwedel
Verwaltungseinheiten: Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf; Einheitsgemeinde Hansestadt Salzwedel

Gebietsbeschreibung

Mit dem Waldgebiet Ferchau südwestlich Salzwedel in der Landschaftseinheit „Westliche Altmarkplatten“ wird ein relativ großer, geschlossener Komplex als FFH-Gebiet erfasst. Den Kern der naturnahen Wälder bildet das Naturschutzgebiet „Ferchauer Forst“. Prägend ist hier der Einfluss des atlantischen Klimas.

Ausgewählte Arten nach Anhang II der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Die kennzeichnende Waldgesellschaft des Gebietes ist der FFH-LRT 9160 Sternmieren- Eichen-Hainbuchenwald (108 ha). Die Baumschicht wird von Stiel-Eiche (Quercus robur) und Hainbuche (Carpinus betulus) bestimmt, Rotbuche (Fagus sylvatica) ist oft beigemischt. Auf den verhältnismäßig armen Böden treten die Bestände in der Frauenmoos (Polytrichum commune)-Ausbildung auf. Das atlantisch beeinflusste Klima wird deutlich an den Vorkommen der Stechpalme (Ilex aquifolium) und des hier häufigen Deutschen Geißblatts (Lonicera periclymenum). Während Wald-Flattergras (Milium effusum) und Dreinervige Nabelmiere (Moehringia trinerva) regelmäßig auftreten, sind Echte Sternmiere (Stellaria holostea), Waldmeister (Galium odoratum), Wald-Knaulgras (Dactylis polygama) und Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum) seltener.
Oft verzahnt mit den Eichen-Hainbuchen-Wäldern siedelt auf kleineren Flächen der FFH-LRT 9110 Hainsimsen-Buchenwald (41 ha). Bestände des FFH-LRT 9130 Waldmeister-Buchenwald (9 ha) bleiben auf den östlichen Teil beschränkt.
Auf grundwasserfernen Standorten muss davon ausgegangen werden, dass die Buchenwälder die natürlichen Waldgesellschaften bilden. Hainbuchenwälder entstanden vor allem durch die Waldweide und die Mittelwaldnutzung. Auch der im Gebiet kleinflächig vorkommende FFH-LRT 9190 Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen (3 ha) ist als eine solche nutzungsabhängige Ausbildung auf armen Standorten anzusehen.

Fauna

Großflächige naturnahe Laubwaldbestände bilden einen optimalen Lebensraum für verschiedene Fledermausarten. Vor allem das Vorkommen der Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) verdient Beachtung.
Der Kammmolch (Triturus cristatus) besitzt im Gebiet um Salzwedel einen Verbreitungsschwerpunkt. Das naturnahe Laubwaldgebiet Ferchau mit seinen Laichgewässern und feuchten Bereichen bietet dieser Molchart artgerechten Lebensraum. Auch der Moorfrosch (Rana arvalis) und der Laubfrosch (Hyla arborea) kommen hier vor.

Literatur: 84, 198, 279

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

Links / Dokumente

Hauptteil der N2000-LVO LSA

Gebietsbezogene Anlage (N2000-LVO)

Den Standarddatenbogen und die Meldekarte finden Sie auf der Internetseite des Landesamtes für Umweltschutz.

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