Wipper unterhalb Wippra (FFH0257)

Wipper © Andreas TimmWipper © Andreas Timm

Größe [ha / km]: 25 / 53
Landkreise und kreisfreie Städte: Mansfeld-Südharz; Salzlandkreis
Verwaltungseinheiten: Einheitsgemeinde Stadt Aschersleben; Einheitsgemeinde Stadt Bernburg (Saale); Verbandsgemeinde Saale-Wipper; Einheitsgemeinde Stadt Arnstein; Einheitsgemeinde Stadt Mansfeld; Einheitsgemeinde Stadt Sangerhausen

Gebietsbeschreibung

Das FFH-Gebiet erstreckt sich zunächst von der Ortslage Wippra im Harz bis nach Mansfeld. Nach einer Unterbrechung folgt ein zweiter Flussabschnitt zwischen Sandersleben und der Mündung in die Saale. Südöstlich von Aschersleben ist das NSG „Schierstedter Busch“ eingeschlossen. Auf ihrem Wege vom Gebirge bis in die Saaleaue durchfließt der Fluss drei Landschaftseinheiten, die „Östliche Harzabdachung“ sowie das „Östliche“ und das „Nordöstliche Harzvorland“. Die Höhenlagen des Gebietes reichenvon 245 m ü. NN bei Wippra bis 65 m ü. NN bei Bernburg.

Ausgewählte Arten nach Anhang II der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Ausgewählte Arten nach Anhang IV der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Die Wipper ist durch die Ausbildung des FFH-LRT 3260 Flüsse mit Wasservegetation (25 ha) geprägt und weist im Harzabschnitt die typische Ausbildung als Wasserstern-Fluthahnenfuß-Gesellschaft auf. Charakteristische Arten sind Flutender Hahnenfuß (Ranunculus fluitans), Bachbunge (Veronica beccabunga) und Gewöhnlicher Wasserstern (Callitriche palustris agg.). Im Harzvorland kann sich die Gesellschaft des Flutenden Hahnenfußes zwar üppiger entwickeln, wird aber allmählich durch die Igelkolben- Kammlaichkraut-Gesellschaft abgelöst.

Gut entwickelt sind Bestände des FFH-LRT 91E0* Erlen-Eschenwälder (10 ha), wenngleich es sich überwiegend nur um relativ schmale, mit Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), Gemeiner Esche (Fraxinus excelsior), Stiel-Eichen (Quercus robur) und Hybridpappeln (Populus x canadensis) bestockte Säume entlang der Wipper handelt. Der Auenwald ist im Bereich des NSG „Schierstedter Busch“ etwas breiter. Hier kommen Flatter-Ulme (Ulmus laevis), Hänge-Birke (Betula pendula), Grau- und Bruch-Weide (Salix cinerea, S. fragilis) und verschiedenen Ahorn-Arten (Acer div. spec.) vor. Als invasive neophytische Gehölze treten Rot-Esche (Fraxinus pennsylvanica) und Eschen-Ahorn (Acer negundo) auf.

Der FFH-LRT 6430 Feuchte Hochstaudenfluren (5 ha) wächst an gehölzfreien Abschnitten der Wipper. Während innerhalb des Gebirges noch die Mädesüß-Sumpfstorchschnabel-Gesellschaft vorkommt, sind es im Vorgebirge und Hügelland eher nitrophile Flussufersaumgesellschaften, wie die Brennnessel-Rauhaarweidenröschen- und die Seiden-Zaunwinden-Saumgesellschaft. Typische Arten im Harzbereich sind Rauhaariger Kälberkropf (Chaerophyllum hirsutum), Echtes Springkraut (Impatiens nolitangere) und Trollblume (Trollius europaeus). Im Gebirgsvorland klingen diese Arten aus und andere, wie Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), Schwanenblume (Butomus umbellatus) und Hopfen (Humulus lupulus) breiten sich aus. Hinzu kommen mehrere Neophyten, wie das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) und die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis). In den Grünländern des Wippertales findet man den FFH-LRT 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (1 ha) nur in sehr kleinflächiger Ausprägung. Entsprechend den Standortverhältnissen wäre ein häufigeres Auftreten zu erwarten. Durch die Umwandlung in artenarmes Wirtschaftsgrünland oder in Ackerland sind jedoch viele Flächen verloren gegangen. Die verbliebenen Flächen beherbergen wenige Arten wie Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Wilde Möhre (Daucus carota) und Pastinak (Pastinaca sativa).

Fauna

Das Gebiet wird vom Großen Mausohr (Myotis myotis) zur Nahrungssuche frequentiert. Daneben liegen auch Nachweise von Brandt-, Bart-, Wasser- und Fransenfledermaus (Myotis brandtii, M. mystacinus, M. daubentonii, M. nattereri) sowie Rauhaut-, Zwerg- und Mückenfledermaus (Pipistrellus nathusii, P. pipistrellus, P. pygmaeus) vor. Naturschutzfachlich bemerkenswerte Arten sind weiterhin Bergmolch (Triturus alpestris) und Fadenmolch (Triturus helveticus). Der naturnahe Flusslauf der Wipper mit seinen differenzierten Gewässergrund- und Uferstrukturen ist zudem Lebensraum rheophiler Fischarten. So kommen Groppe (Cottus gobio) und Bachneunauge (Lampetra planeri) sowohl im Gebirge als auch im Vorland bis Schierstedt und Giersleben vor.

Literatur: 316

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

Links / Dokumente

Hauptteil der N2000-LVO LSA

Gebietsbezogene Anlage (N2000-LVO)

Den Standarddatenbogen und die Meldekarte finden Sie auf der Internetseite des Landesamtes für Umweltschutz.

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