Eislebener Stiftsholz (FFH0111)

Offenlandlebensräume im Gebiet © David PaulOffenlandlebensräume im Gebiet © David Paul

Größe [ha]: 390
Landkreise und kreisfreie Städte: Mansfeld-Südharz
Verwaltungseinheiten: Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra; Einheitsgemeinde Stadt Lutherstadt Eisleben

Gebietsbeschreibung

Südwestlich der Lutherstadt Eisleben, ca. 1 km westlich von Wolferode, liegt das FFH-Gebiet, das einen Waldbestand an den Hängen der schwach gewölbten Plateaufläche des Hornburger Sattels in der Landschaftseinheit des „Helme-Unstrut-Buntsandsteinlandes“ erfasst.

Ausgewählte Arten nach Anhang II der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Ausgewählte Arten nach Anhang IV der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Der FFH-LRT 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (190 ha) ist im Gebiet die beherrschende Waldgesellschaft. Seine Baumschicht setzt sich aus Trauben- und Stiel-Eiche (Quercus petraea, Q. robur), Hainbuche (Carpinus betulus), Winter-Linde (Tilia cordata), Gemeiner Esche (Fraxinus excelsior) und Rotbuche (Fagus sylvatica) zusammen. In der Strauchschicht erscheinen neben der Verjüngung der Baumarten auch Hasel (Corylus avellana), Eingriffliger Weißdorn (Crataegus monogyna) sowie Roter Holunder (Sambucus racemosus). Die Feldschicht wird von Arten reicherer Standorte geprägt. So kommen typische Waldgräser wie Verschiedenblättriger und Wald-Schwingel (Festuca heterophylla, F. altissima), Wald-Flattergras (Milium effusum), Hain-Rispengras (Poa nemoralis) und Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum) vor. Weiterhin wachsen hier Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Gefleckter Aronstab (Arum maculatum), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Goldnessel (Lamium galeobdolon), Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum), Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), Wald- und Hainveilchen (Viola reichenbachiana, V. riviniana) und Echte Nelkenwurz (Geum urbanum). Auf die oberflächige Versauerung der Lössstandorte verweisen die Vorkommen von Schmalblättriger und Behaarter Hainsimse (Luzula luzuloides, L. pilosa), Schattenblümchen (Maianthemum bifolium), Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense) und Kleinem Wintergrün (Pyrola minor).
Die Buchenwälder des Gebietes gehören zu den FFH-LRT 9130 Waldmeister-Buchenwald (115 ha) und 9110 Hainsimsen-Buchenwald (12 ha) sowie zu deren Übergängen. Die Baumschicht dieser Waldtypen ist weitgehend gleich und besteht aus Rotbuche (Fagus sylvatica) und Trauben-Eiche (Quercus petraea). Im Waldmeister-Buchenwald ist ein höherer Anteil an Hainbuche (Carpinus betulus) zu verzeichnen. In seiner Feldschicht siedeln Nickendes und Einblütiges Perlgras (Melica nutans, M. uniflora), Wald-Flattergras (Milium effusum), Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum), Hain-Rispengras (Poa nemoralis), Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Goldnessel (Lamium galeobdolon), Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum), Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana), Ausdauerndes Bingelkraut (Mercurialis perennis), Wald-Ziest (Stachys sylvatica) und Echte Sternmiere (Stellaria holostea). Im Hainsimsen-Buchenwald überwiegen in der Feldschicht die Arten saurer Standorte, wie die bereits erwähnten Arten und Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius).

Magerrasen nehmen Flächen nördlich von Sittichenbach ein. Es sind von Gräsern wie Wiesen-Hafer (Avenula pratensis), Rotes Straußgras (Agrostis capillaris), Furchen- und Rot-Schwingel (Festuca rupicola, F. rubra) dominierte Rasen, die zum FFH-LRT 6210 Kalk-Trockenrasen (6 ha) gehören. Bemerkenswerte Arten sind Nelkenschmiele (Aira caryophyllea), Herbst-Wendelorchis (Spiranthes spiralis) und Eisenkraut (Verbena officinalis). Nur in geringem Umfang ist der FFH-LRT 4030 Trockene Heiden (0,1 ha) ausgebildet.

Fauna

Aktuelle Untersuchungen der Säugetiere mittels Lockstock-Methode belegen das Vorkommen der Wildkatze (Felis silvestris) im Gebiet. Des Weiteren ist mit einer artenreichen Fledermausfauna zu rechnen.

Von den Insekten konzentrieren sich Vorkommen von Eremit (
Osmoderma eremita) und Hirschkäfer (Lucanus cervus) im Grenzbereich des FFH-Gebietes und unmittelbar anschließend außerhalb des Gebietes. Am Westrand des Bornstedter Holzes beim Sportplatz Schlossberg und dem Bereich der Burgruine Schweinsburg auf dem Schlossberg befinden sich ca. 20 Alteichen, welche hervorragende Brutbedingungen für die Arten bieten.

Literatur: 30, 178, 207, 212, 264

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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