Heide südlich Burg (FFH0049)

Größe [ha]: 88
Landkreise und kreisfreie Städte: Jerichower Land
Verwaltungseinheiten:Einheitsgemeinde Stadt Burg

Gebietsbeschreibung

Im „Burger Vorfläming“ südlich der Stadt Burg liegt das FFH-Gebiet und wird hauptsächlich durch einen ebenen Offenlandbereich geprägt. Die sauren und nährstoffarmen Substrate der Böden in der niederschlagsarmen kontinentalen Region des Tieflandes stellen ideale standörtliche Voraussetzungen für die Ausbildung von Heiden und Magerrasen dar. Ein erheblicher Teil des Gebietes wird durch den Flugplatz des Flugsportclubs Burg eingenommen. Die Landebahn für Segelflieger und Motorsportflugzeuge ist durch trockene Grasfluren mit zahlreichen Sandmagerrasenarten geprägt. Unbefestigte Sandwege sind insbesondere als Habitat für die Insektenfauna von besonderer Bedeutung.

Ausgewählte Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Ausgewählte Arten nach Anhang IV der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Die Bestände des FFH-LRT 4030 Trockene Heiden (32 ha) sind großflächig ausgebildet und bestimmen den Charakter des Gebietes. Sie treten zumeist als dichte Gesträuche mit Besenheide (Calluna vulgaris) in beginnender bis fortgeschrittener Altersphase auf. Auf Grund der hohen Deckung der Besenheide als Folge Jahre langer Nutzungsauflassung fehlen weitgehend offene Bodenstellen mit charakteristischen Flechten, was den Lebensraumtyp wenig strukturiert erscheinen lässt. Während azidophile Gräser noch häufig vertreten sind, weisen weitere begleitende und charakteristische Arten oft nur noch geringe Deckungen auf. Erwähnenswert sind die individuenreichen Vorkommen der Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium) und der Sand-Grasnelke (Armeria maritima). Die Heiden sind in Teilbereichen durch die Einwirkungen des früheren militärischen Übungsbetriebes mit einhergehenden Bodenverletzungen und Bränden entstanden. Mit dem Wegfall dieses Einfluss setzte die Sukzession ein, die sich vor allem in der Überalterung und Verholzung der Heide und vermehrtem Aufwachsen von Gehölzen zeigt. Dabei weisen insbesondere die isoliert liegenden bzw. waldnahen Flächen bereits eine fortgeschrittene Verbuschung auf, wodurch der Fortbestand der Heiden auf diesen Flächen aktuell als sehr stark gefährdet eingeschätzt werden muss. Der aktuelle Erhaltungszustand des FFH-LRT 4030 Trockene Heiden kann mit gut bewertet werden. Die im zentralen Teil des FFH-Gebietes gelegenen Zwergstrauchheiden weisen den besten Erhaltungszustand auf.

Der nördliche Bereich des FFH-Gebietes ist durch mesophile Grünlandbrachen geprägt. Weiterhin werden Sandtrockenrasen und Sand-Pionierfluren häufig angetroffen. Auf gestörten Stellen sind Ruderalfluren ausgeprägt. Diese stellen wegen ihres Blütenangebotes wertvolle Nahrungshabitate für die Insektenfauna dar. Pionierwälder sowie Forste sind als Kiefern-Reinbestände, Kiefern-Pionierwälder mit Birke oder Zitterpappel ausgeprägt und umgeben den Offenlandbereich.

Fauna

Im Rahmen der Bestanderfassung der Zauneidechse (Lacerta agilis) kann nach Sichtung von Tieren in unterschiedlichen Entwicklungsstadien eine sich reproduzierende Population als sicher angenommen werden.
Untersuchungen der Wirbellosen-Fauna verschiedener Artgruppen, wie Heuschrecken, Wildbienen, Dipteren, Schmetterlinge und Laufkäfer, aus dem Jahr 2010 erbrachten bemerkenswerte Funde. Im FFH-Gebiet konnten 23 Heuschreckenarten, 99 Wildbienenarten, 250 Schmetterlingsarten sowie 37 Laufkäferarten nachgewiesen werden. Besonders erwähnenswert sind hierbei die Erstnachweise von drei Arten (Andrena suerinensis, Lasioglossum prasinum, Nomada femoralis) und Wiederfunde von zwei Arten (Lasioglossum selulosum, Sphecodes cristatus) der Wildbienen sowie der Nachweis der vom Aussterben bedrohten Schmetterlingsart Aporophyla lutulenta. Die Heide südlich Burg ist zudem einer von deutschlandweit vier bekannten Lebensräumen der Dickkopffliege Zodion kroeberi.
Von den Vögeln sind als wertgebenden Arten die Vorkommen von Neuntöter (Lanius collurio), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria), Braunkehlchen (Saxicola rubetra) und Schwarzkehlchen (Saxicola torquata) bemerkenswert.

Literatur: 294, 446, 505

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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