Ziegenberg, Augstberg und Horstberg bei Benzingerode (FFH0079)

Ziegenberg, Augstberg und Horstberg bei Benzingerode © M. Seppelt (Salix - Büro für Ökologie und Landschaftsplanung)Ziegenberg, Augstberg und Horstberg bei Benzingerode © M. Seppelt (Salix - Büro für Ökologie und Landschaftsplanung)

Größe [ha]: 146
Landkreise und kreisfreie Städte: Harz
Verwaltungseinheiten: Einheitsgemeinde Stadt Wernigerode; Einheitsgemeinde Stadt Blankenburg (Harz)

Gebietsbeschreibung

Bei dem FFH-Gebiet handelt es sich um drei voneinander isolierte Teile eines steil aufragenden Muschelkalk-Rückens, der direkt dem Nordrand des Harzes im „Nördlichen Harzvorland“ zwischen den Orten Wernigerode und Heimburg vorgelagert ist. Auf den steilen Südseiten sind Kalkrendzinen entwickelt. Die meist flacher abfallenden Nordseiten schließen Plateauflächen aus Schluff und Mergel ein. Der Ziegenberg ist mit 316 m ü. NN die höchste Erhebung.

Ausgewählte Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Ausgewählte Arten nach Anhang IV der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Die Trockenrasen im FFH-Gebiet werden vom FFH-LRT 6210 Kalk-Trockenrasen (*orchideenreiche Bestände) (58 ha) beherrscht, zu dessen charakteristischen Arten unter anderem Fransen- und Deutscher Enzian (Gentianella ciliata, G. germanica), Große Braunelle (Prunella grandiflora) und Sichelblättriges Hasenohr (Bupleurum falcatum) zählen. Insbesondere die Enzian-Schillergras-Halbtrockenrasen beherbergen größere Populationen von Stattlichem Knabenkraut (Orchis mascula), Großer Händelwurz (Gymnadenia conopsea), Bienen- und Fliegenragwurz (Ophrys apifera, Op. insectifera) sowie Großem Zweiblatt (Listera ovata). Darüber hinaus kommen Purpur- und Helm-Knabenkraut (Orchis purpurea, O. militaris) im Gebiet vor. Die besonders trockenen Bereiche besiedelt die Steinkraut (Alyssum alyssoides)–Mauerpfeffer (Sedum album)-Flur, die dem FFH-LRT 6110* Kalk-Pionierrasen (< 0,1 ha) zugeordnet wird.
Ausbildungen des FFH-LRT 8160* Kalkhaltige Schutthalden (< 0,1 ha) mit der Gesellschaft des Schmalblättrigen Hohlzahns (Galeopsis angustifolia) nehmen Flächen auf dem Kamm und am Südhang ein. Neben Felsen-Goldstern (Gagea saxatilis), Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides), Ohrlöffel-Leimkraut (Silene otites) und Trauben-Gamander (Teucrium botrys), befinden sich hier die Schwerpunkte des Vorkommens des Lothringer Leins (Linum leonii) in Sachsen-Anhalt.

Im Gebiet kommt der FFH-LRT 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (10 ha) vor.

Fauna

Das Vorkommen der Schlingnatter (Coronella austriaca) ist bemerkenswert. Die Zauneidechse (Lacerta agilis) ist relativ häufig.

Die Untersuchung der Insektenfauna begann bereits in der 1980er Jahren. Jung (schriftl. Mitt.) stellte das Vorkommen einiger seltener Arten, wie Adlerfarnspinner (Hepialus fusconebulosus), Schwarzwaldeule (Rhyacia latens), Kerzeneule (Xestia aswortii), Graue Glanzeule (Caradrina selini) und Mythimna scirpi fest. Überregional stark rückläufige Schmetterlingsarten sind ferner Berghexe (Chazara briseis) und Hofdame (Hyphoraia aulica). Zahlreiche dieser Arten erreichen im FFH-Gebiet ihre nördliche Verbreitungsgrenze.

Zu Beginn der 1980er Jahre wurde der Molluskenbestand erfasst. Einige Arten sind für Sachsen-Anhalt bemerkenswert, darunter die Wärme liebende Glanzschnecke (Aegopinella minor) sowie die Helle Heideschnecke (Candidula gigaxii) und die Schließmundschnecke (Clausilia parvula).

Literatur: 113, 207, 212

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

Links / Dokumente

Den Standarddatenbogen und die Meldekarte finden Sie auf der Internetseite des Landesamtes für Umweltschutz.

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