Ziegenberg bei Königerode (FFH0178)

Größe [ha]: 25
Landkreise und kreisfreie Städte: Harz; Mansfeld-Südharz
Verwaltungseinheiten: Einheitsgemeinde Stadt Mansfeld; Einheitsgemeinde Harzgerode

Gebietsbeschreibung

Das aus zwei Bereichen bestehende FFH-Gebiet liegt zwischen Königerode und Braunschwende auf der „Unterharzhochfläche“ in einer Höhe zwischen 315 und 390 m ü. NN. Der westliche Teil gehört zum Plateau des Wendenberges südlich von Königerode, während der etwas größere östliche Teil die Steilhänge der Schmalen Wipper und Plateauflächen umfasst. Geologisch bestimmen Tonschiefer und Grauwacken der Harzgeröder Zone den Untergrund, der von Gebirgsschutt überlagert wird. Auf dem Plateau lagert eine Berglössdecke.

Ausgewählte Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Ausgewählte Arten nach Anhang II der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Die größte Fläche im nahezu vollständig bewaldeten Gebiet nimmt der FFH-LRT 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (23 ha) ein, der relativ gut ausgeprägt ist und sich in extensiver Bewirtschaftung befindet. In der Baumschicht dominieren Trauben-Eiche (Quercus petraea), Hainbuche (Carpinus betulus), Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) und Berg-Ulme (Ulmus glabra). Charakteristische Arten der Bodenflora sind Einblütiges Perlgras (Melica uniflora), Wald-Labkraut (Galium sylvaticum), Leberblümchen (Hepatica nobilis) und Waldgerste (Hordelymus europaeus). Seltener treten Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), Märzenbecher (Leucojum vernum) und Breitblättriger Sitter (Epipactis helleborine) auf.
An den geröllreichen Steilhängen des Ziegenberges hat sich ein Spitzahorn-Linden-Blockhaldenwald herausgebildet, der zum FFH-LRT 9180* Schlucht- und Hangmischwälder (1 ha) zu stellen ist. In der Strauchschicht siedeln Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Alpen-Johannisbeere (Ribes alpina) und Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus). Die Bodenflora stellt sich recht artenreich mit Ebensträußiger Margerite (Tanacetum corymbosum), Pfirsichblättriger Glockenblume (Campanula persicifolia), aber auch Frauenfarn (Athyrium filix-femina), Tüpfelfarn (Polypodium vulgare) und Nördlichem Streifenfarn (Asplenium septentrionale) dar.
Am Unterhang zur Schmalen Wipper ist der FFH-LRT 91E0* Erlen Eschenwälder (< 1 ha) in der Ausprägung des Winkelseggen-Erlen-Eschen-Waldes kleinflächig entwickelt. Hier kommen Milzkrautarten (Chrysosplenium oppositifolium und C. alternifolium) und Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara) vor.

Fauna

Das Gebiet nutzen verschiedene Fledermausarten zur Jagd, darunter Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) und Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii). An der Schmalen Wipper wurde zudem der Feuersalamander (Salamandra salamandra) beobachtet. Aus dem gesamten Gebiet liegen zudem Nachweise von 47 Brutvogelarten vor, darunter Rotmilan (Milvus milvus), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Grauspecht (Picus canus), Hohltaube (Columba oenas) und Neuntöter (Lanius collurio).

Literatur: 207, 212, 316

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

Links / Dokumente

Hauptteil der N2000-LVO LSA

Gebietsbezogene Anlage (N2000-LVO)

Den Standarddatenbogen und die Meldekarte finden Sie auf der Internetseite des Landesamtes für Umweltschutz.

zum Anfang der Seite