Bergholz nördlich Halle (FFH0116)

Bergholz und Petersberg © Stefan Ellermann (LAU)Bergholz und Petersberg © Stefan Ellermann (LAU)

Größe [ha]:181
Landkreise und kreisfreie Städte:Saalekreis
Verwaltungseinheiten: Einheitsgemeinde Petersberg

Gebietsbeschreibung

In der Landschaft des „Halleschen Ackerlandes“ östlich von Petersberg liegt, isoliert in der Agrarlandschaft bei Kütten, auf einem von Norden nach Süden streichenden Rücken der Petersberger Endmoräne das Waldgebiet des Bergholzes. Seit dem Mittelalter unter Bewirtschaftung, stockten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Bergholz „Eichen, Linden, Espen und allerlei Unterholz…“. Die Grasnutzung im Bergholz wurde 1730 sogar in Verkündigungen in der Zeitung verboten. Zwischen 1825 und 1839 erfolgte schließlich im westlichen Mittelabschnitt die Rodung eines Waldbestandes, so dass die sogenannte „Saubucht“ entstand.

Ausgewählte Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Ausgewählte Arten nach Anhang IV der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Die Wälder des Gebiets gehören ausschließlich zum FFH-LRT 9170 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (176 ha). Ihre obere Baumschicht setzt sich in charakteristischer Weise aus Trauben-Eiche (Quercus petraea), Winter-Linde (Tilia cordata) und Gemeiner Esche (Fraxinus excelsior) zusammen, in der in geringen Anteilen auch die Rotbuche (Fagus sylvatica) auftritt. Der Unterstand wird vor allem von Hainbuche (Carpinus betulus) aufgebaut, Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) tritt hinzu. Neben der Verjüngung der Baumarten kommen in der Strauchschicht Hasel (Corylus avellana), Eingriffliger Weißdorn (Crataegus monogyna), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Wild-Birne (Pyrus pyraster) und Wild-Apfel (Malus sylvestris) vor. Den Frühjahrsaspekt in der Feldschicht bestimmen Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Maiglöckchen (Convallaria majalis), Echte Sternmiere (Stellaria holostea), Schattenblümchen (Maianthemum bifolium) und Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana). Im Sommer prägen Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum), Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea), Verschiedenblättriger und Riesen-Schwingel (Festuca heterophylla, F. gigantea), Waldmeister und Wald-Labkraut (Galium odoratum, G. sylvaticum), Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum), Eichen-Lattich (Lactuca quercina), Nickendes Perlgras (Melica nutans) sowie Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) den Bestand. Seltene aber besonders hervorzuhebende Arten sind Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), Zwerg-Lerchensporn (Corydalis pumila), Süße Wolfsmilch (Euphorbia dulcis) und Moschuskraut (Adoxa moschatellina).

Fauna

Aus dem Gebiet liegen Nachweise für zehn Fledermausarten vor. Neben Großem Mausohr (Myotis myotis) und Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), sind vor allem die Vorkommen von Braunem Langohr (Plecotus aureus), Kleinabendsegler (Nyctalus leisleri) und Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) hervorzuheben. Außerdem lebt an den Waldrändern die Zauneidechse (Lacerta agilis).

Literatur: 207, 212, 287, 555

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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