Spaltenmoor östlich Friedrichsbrunn (FFH0162)

Spaltenmoor © Stefan Ellermann (LAU)Spaltenmoor © Stefan Ellermann (LAU)

Größe [ha]: 82
Landkreise und kreisfreie Städte: Harz
Verwaltungseinheiten:Einheitsgemeinde Stadt Quedlinburg; Einheitsgemeinde Stadt Thale

Gebietsbeschreibung

Im Randbereich des Rambergmassivs im „Unterharz“ liegt das FFH-Gebiet etwa 1 km südöstlich von Friedrichsbrunn zwischen der östlichen Ortslage und der Viktorshöhe in einer Höhenlage von 470 bis 585 m ü. NN. Das Gelände fällt relativ steil nach Nordosten hin ab und schließt eine Quellmulde ein, aus der ein Bach entspringt. Die Quellmulde wird von torfigen Ablagerungen ausgefüllt. Geologisch befindet sich das Moorgebiet auf dem Ramberg-Granit.

Ausgewählte Arten nach Anhang II der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Ausgewählte Arten nach Anhang IV der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Der überwiegende Teil der Waldbestände ist dem FFH-LRT 9110 Hainsimsen-Buchenwald (68 ha) zuzuordnen. Der Wald erscheint relativ artenarm, beherbergt aber auch einige alte Eichen, die in dieser Höhenlage im Harz eher selten zu finden sind. Eine Strauchschicht ist kaum entwickelt. In der Bodenvegetation kommen Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea), Schmalblättrige Hainsimse (Luzula luzuloides), Dorniger Wurmfarn (Dryopteris carthusiana), Schattenblümchen (Maianthemum bifolium), Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella) und Quirl-Weißwurz (Polygonatum verticillatum) vor. Das Auftreten von Harz-Labkraut (Galium saxatile) und Siebenstern (Trientalis europaea) lässt den Übergang zu den hochmontanen Formen des Hainsimsen-Buchenwaldes deutlich werden.
Im Gebiet handelt es sich überwiegend um alte Waldbestände in ihren Übergängen von der Reifephase in die artenreiche Zusammenbruchsphase. Zur Hochfläche hin wurden sie in der Vergangenheit plenterartig aufgelichtet, so dass jetzt reichlich Naturverjüngung angekommen ist. Im Bereich des Spaltenmoors sowie in feuchten, quelligen Senken stocken auf eine Fläche von rund 8 ha Erlen-Bruchwälder. Die Schwarz- Erle (Alnus glutinosa) dominiert deutlich. In der Bodenvegetation finden sich Wolliges Reitgras (Calamagrostis villosa), Grau-Segge (Carex canescens), Ufer-Segge (Carex riparia), Winkel-Segge (Carex remota), Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea), Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica), Großes und Alpen-Hexenkraut (Circaea lutetiana, C. alpina), Sumpf-Vergißmeinnicht (Myosotis scorpioides), Gegenblättriges und Wechselblättriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium, C. alternifolium), Strauß-Gilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora), verschiedene Torfmoosarten (Sphagnum spec.) und Gemeines Frauenhaarmoos (Polytrichum commune).

Der oberhalb des Spaltenmoors entspringende und nach Nordosten hin abfließende Bach ist auf einer Länge von rund 800 m dem FFH-LRT 3260 Flüsse mit Wasservegetation (0,3 ha )zuzuordnen. Flutender Schwaden (Glyceria fluitans), Gemeine Brunnenkresse (Nasturtium officinale) und im Oberlauf nur das Gemeine Brunnenmoos (Fontinalis antipyretica) kennzeichnen die Vegetation dieses Fließgewässers.

Fauna

Das Spaltenmoor gilt als das höchst gelegene Vorkommen der Haselmaus (Muscardinus avellanarius) in Sachsen-Anhalt, wobei allerdings aktuelle Nachweise der Art fehlen. Das FFH-Gebiet liegt innerhalb eines großflächigen EU SPA und gehört zum Lebensraum des Schwarzstorches (Ciconia nigra). Hier kommen auch Waldschnepfe (Scolopax rusticola) und Schwarzspecht (Dryocopus martius) vor.

Literatur: 65, 145, 207, 208, 212

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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