Hohes Holz bei Eggenstedt (FFH0042)

Hohes Holz bei Eggenstedt © Dr. Uwe WegenerHohes Holz bei Eggenstedt © Dr. Uwe Wegener

Größe [ha]: 824
Landkreise und kreisfreie Städte: Börde
Verwaltungseinheiten:Verbandsgemeinde Westliche Börde; Einheitsgemeinde Stadt Oschersleben (Bode); Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde

Gebietsbeschreibung

Nördlich von Oschersleben erstreckt sich das FFH-Gebiet zwischen Eggenstedt und Neubrandsleben. Es umfasst in einem isolierten Waldgebiet im „Börde-Hügelland“ einen Komplex aus Buchen- und Eichen-Hainbuchen-Wäldern auf lössbedeckten Mergel- und Sandsteinen des Oberen Keupers.

Ausgewählte Arten nach Anhang II der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Ausgewählte Arten nach Anhang IV der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Auf großer Fläche sind Laubmischwaldbestände entwickelt, in denen die Rotbuche (Fagus sylvatica) bestandsprägend ist. Auf den lössüberlagerten Standorten werden daher 350 ha dem FFH-LRT 9130 Waldmeister-Buchenwald zugeordnet. In der Bodenvegetation kommen neben der lebensraumtypkennzeichnenden Art Waldmeister (Galium odoratum) weitere charakteristische Arten wie Wald-Segge (Carex sylvatica), Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis), Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) und Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris) vor.
Den buchenärmeren Eichenmischwäldern fehlen Wärme- und Trockenheitszeiger weitgehend, hingegen treten Feuchtezeiger wie z. B. die Rasenschmiele (Deschampsia cespitosa) und Großes Hexenkraut (Circaea lutetiana) hochstet auf. Dies bedingt die Einordnung in den FFH-LRT 9160 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (200 ha). Vogelkirsche (Padus avium), Ahorn-Arten (Acer div. spec.), Gemeine Esche (Fraxinus excelsior), seltener jedoch die Elsbeere (Sorbus torminalis), sind charakteristische Begleitgehölzarten in allen Waldgesellschaften. Nennenswerte Altholzbestände befinden sich noch im Nordteil am Edelberg und im NSG „Waldfrieden“ als zentralen Teil des Hohen Holzes.

Fauna

Das Waldgebiet übt durch seine Insellage innerhalb der Agrarlandschaft eine große Anziehungskraft auf Fledermausarten aus. Neben Mops-, Bart-, Brandt-, und Zwergfledermaus (Barbastella barbastellus, Myotis mystacinus, M. brandtii, Pipistrellus pipistrellus), die im Gebiet reproduzieren, ist das Große Mausohr (Myotis myotis) zu nennen. Vor allem Weibchen dieser Art aus der nahegelegenen Wochenstube Remkersleben nutzen das Gebiet als Nahrungshabitat.
In den strukturierten Laubwaldbereichen findet zudem der Kammmolch (Triturus cristatus) artgerechten Sommerlebensraum und in den Waldtümpeln zusagende Laichmöglichkeiten.

Literatur: 207, 212, 279

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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