Woltersdorfer Heide nördlich Wittenberg-Lutherstadt (FFH0066)

Woltersdorfer Heide © RANA - Büro für Ökologie und NaturschutzWoltersdorfer Heide © RANA - Büro für Ökologie und Naturschutz

Größe [ha]: 200
Landkreise und kreisfreie Städte: Wittenberg
Verwaltungseinheiten: Einheitsgemeinde Stadt Lutherstadt Wittenberg; Einheitsgemeinde Stadt Zahna-Elster

Gebietsbeschreibung

Das FFH-Gebiet liegt nordöstlich von Wittenberg sowie nördlich von Abtsdorf im „Roßlau-Wittenberger Vorfläming“ und beherbergt einen für Sachsen-Anhalt bedeutenden Heidekomplex. Der ehemalige militärische Übungsplatz wird im östlichen und nördlichen Teil von einer leichten Senke durchzogen, die von einem Birken-Pionierwald eingenommen wird. Am östlichen Rand befindet sich eine flache Kuppe mit Fragmenten des Flechten-Kiefern-Waldes. Die offenen Heidelandschaften im Norden, Osten und Westen werden von Kiefern-Forsten umgeben

Ausgewählte Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Der FFH-LRT 4030 Trockene Heiden (66 ha) ist der flächig herrschende Lebensraumtyp im Gebiet. 29 ha Heide sind stark verbuscht und können nur mit dem Erhaltungszustand mittel bis schlecht bewertet werden. Die übrigen Flächen weisen eine gute bis sehr gute Ausprägung auf. Charakteristische Arten sind Besenheide (Calluna vulgaris), Sand- und Pillen-Segge (Carex arenaria, C. pilulifera), Gewöhnliches Silbergras (Corynephorus canescens), Schlängel-Schmiele (Deschampsia flexuosa), Schaf-Schwingel (Festuca ovina), Rot- und Sand-Straußgras (Agrostis capillaris, A. vinealis), Berg-Sandknöpfchen (Jasione montana), Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis) und Kleiner Ampfer (Rumex acetosella). Die kleinflächigen Wälder in der Woltersdorfer Weide setzen sich aus wenigen älteren, vor allem aber Sukzessionsbeständen zusammen.

Fauna

Die Freifläche mit dem lockeren Bestand an Besenheide, die im Sommer von zahlreichen Heuschrecken bewohnt wird, bietet der Zauneidechse (Lacerta agilis) hervorragende Lebensbedingungen, so dass hier im Jahre 2010 bei gezielten Suchen 25 bis 30 Tiere auf Strecken von etwa 200 m gefunden werden konnten. Ebenfalls in den trockenen, offenen Bereichen, die mit Calluna-Heide bewachsen sind, treten vereinzelt Kreuzkröten (Bufo calamita) auf. Da die wenigen temporären Pfützen in den Fahrspuren auf den Wegen zeitlich kaum für eine vollkommene Metamorphose der Kröten reichen, ist anzunehmen, dass die angrenzenden Restlöcher auf dem Betriebsgelände der Kiesgrube als Laichhabitat dienen.

Literatur: 263, 380

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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