Porphyrkuppenlandschaft nordwestlich Halle (FFH0118)

Lauchgrund © RANA - Büro für Ökologie und NaturschutzLauchgrund © RANA - Büro für Ökologie und Naturschutz

Größe [ha]: 674
Landkreise und kreisfreie Städte: Stadt Halle (Saale)
Verwaltungseinheiten:Einheitsgemeinde Stadt Wettin-Löbejün; Einheitsgemeinde Petersberg; Einheitsgemeinde Stadt Halle (Saale); Einheitsgemeinde Salzatal

Gebietsbeschreibung

Die weitgehend waldfreie, reich strukturierte Porphyrkuppenlandschaft zwischen Halle und Wettin im „Halleschen Ackerland“ weist einen kleinräumigen Wechsel offener Felsstandorte bis hin zu stark lössüberlagerten Bereichen auf. Diese standörtliche Vielfalt bedingt das Nebeneinander von Kalk-Trocken- und Steppenrasen, Felsfluren und Heiden.

Ausgewählte Arten nach Anhang II der FFH-RichtlinieTextfeld öffnenTextfeld öffnen

Lebensraumtypen und Flora

Die vorherrschende Vegetationseinheit ist der FFH-LRT 6210 Kalk-Trockenrasen (*orchideenreiche Bestände) (48 ha). Es sind Furchenschwingel-Fiederzwenken- und Kleinmädesüß-Wiesenhafer-Gesellschaften. Neben den namengebenden Arten bestimmen Gräser wie Zittergras (Briza media), Pyramiden- und Kleines Schillergras (Koeleria pyramidata, K. macrantha) die Vegetationsstruktur. Hinzu treten Frühlings- und Heide-Segge (Carex caryophyllea, C. ericetorum), Hügel-Meier (Asperula cynanchica), Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Gemeines Sonnenröschen (Helianthemum nummularium), Büschel-Glockenblume (Campanula glomerata), Weißes Fingerkraut (Potentilla alba), Ähriger Blauweiderich (Veronica spicata), Graue und Gelbe Skabiose (Scabiosa canescens, S. ochroleuca), Dänischer Tragant (Astragalus danicus), Gelber Zahntrost (Odontites lutea) und Gemeine Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris). Als charakteristische Orchideenart tritt das Kleine Knabenkraut (Orchis morio) auf.
Der FFH-LRT 6240 Steppen-Trockenrasen (6 ha) wird geprägt von Pfriemengras (Stipa capillata), Walliser Schwingel (Festuca valesiaca), Steppen-Lieschgras (Phleum phleoides), Erd- und Steppen-Segge (Carex humilis, C. supina), Ungarischer Schafgarbe (Achillea pannonica), Grauer und Gelber Skabiose (Scabiosa canescens, S. ochroleuca), Sand-Fingerkraut (Potentilla incana) und Schmalblütigem Träubel (Muscari tenuiflorum).
Eng miteinander verzahnt siedeln Bestände des FFH-LRT 8220 Silikat-Felsspaltenvegetation (4 ha) und des FFH-LRT 8230 Silikatfelsen mit Pionierrasen (13 ha). Blau-Schwingel (Festuca pallens) und Nördlicher Streifenfarn (Asplenium septentrionale) kennzeichnen die Lebensraumtypen. Weiterhin sind Silbergras (Corynephorus canescens), Sand-Thymian (Thymus serpyllum), Scharfer Mauerpfeffer und Felsen-Fetthenne (Sedum acre, S. rupestre), Astlose Graslilie (Anthericum liliago), Felsen-Goldstern (Gagea bohemica), Ohrlöffel-Leimkraut (Silene otites), Sand-Fingerkraut (Potentilla incana) und Frühlings Ehrenpreis (Veronica verna) vertreten.
Der FFH-LRT 4030 Trockene Heiden (21 ha) schließt Ausbildungen der Wolfsmilch-Heidekraut-Gesellschaft ein. Den Lebensraumtyp bestimmen Besenheide (Calluna vulgaris), Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias), Sand-Straußgras (Agrostis vineale), Schaf-Schwingel (Festuca ovina), Dreizahn (Danthonia decumbens), Schlängel-Schmiele (Derschampsia flexuosa), Frühe Haferschmiele (Aira praecox), Gemeines Katzenpfötchen (Antennaria dioica) und Hunds-Veilchen (Viola canina),
Im Gebiet kommt die Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) als Art nach Anhang II der FFH-Richtlinie vor.

In einem Sandabbaugewässer tritt der FFH-LRT 3140 Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer (0,5 ha) mit den Armleuchteralgen Chara hispida und Chara vulgaris auf.

Fauna

Das FFH-Gebiet beherbergt eine Vielzahl überregional bestandsgefährdeter Arten der Heuschrecken, Laufkäfer, Wildbienen und Spinnen. Nur wenige Spezies gehören hingegen zu den Anhängen der FFH-Richtlinie. So findet die Zauneidechse (Lacerta agilis) auf den Trocken- und Halbtrockenrasen der Porphyrkuppen geeignete Lebensbedingungen. Des Weiteren gibt es in den Gewässern für den Kammmolch (Triturus cristatus) Laichmöglichkeiten, so dass sich inmitten der agrarisch genutzten Feldfluren kleine Bestände angesiedelt haben. Auch Kreuz- und Wechselkröte (Bufo calamita, B. viridis) können diesen Lebensraum nutzen.

Literatur: 48, 49, 203, 207, 212, 427

verändert nach:

Jentzsch, M. und Reichhoff, L. (2013): Handbuch der FFH-Gebiete Sachsen-Anhalts. Hrsg. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Halle (Saale). 616 Seiten

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